Nationalparks Auf La Gomera

Die Insel La Gomera beherbergt ein wunderschönes und nahezu unberührtes Naturparadies. Das Landschaftsbild des bezaubernden Eilandes ist von üppig grüner Vegetation, bizarren Felsenformationen, tiefen Schluchten und erloschenen Vulkankratern geprägt. Die insgesamt 17 Naturschutzgebiete La Gomeras nehmen gut ein Drittel der Inselfläche ein, die wiederum in sieben verschiedene Kategorien eingeordnet werden.

Nationalpark Garajonay  (1)
Das Nationalpark Garajonay befindet sich in der Mitte der Insel und stellt mit seiner Gesamtfläche von rund 40 Quadratkilometern das größte Schutzgebiet auf La Gomera dar. Er beherbergt den größten noch erhaltenen Lorbeerwald der Welt, weswegen ihn die UNESCO bereits 1986 den Titel Weltnaturerbe verlieh. Der Lorbeerwald (Laurisilva) wird gern als lebendes Fossil bezeichnet, da er mehrere Millionen Jahre alt ist und selbst die Eiszeit überstand.

Den Namen des Nationalparks verlieh ihm der 1.487 Meter hohe Berg Garajonay, welcher sich im Zentrum der Insel befindet und eine Wetterscheide bildet: Während der Süden von Trockenheit gekennzeichnet ist, regnen sich die Passatwinde an der Nordseite der Berghänge ab und sorgen so für eine hohe Luftfeuchtigkeit. Nicht selten ist der immergrüne Lorbeerwald deswegen in dichtem Nebel gehüllt, der den Lorbeerwald in eine märchenhafte Szenerie verwandelt.

Besonders gut gedeihen unter diesen Bedingungen neben den Lorbeerbäumen Zedernwacholder, Baumheide und bis zu 2 Meter hohe Farngewächse. Moose und Flechten lieben das subtropische Klima ebenfalls und bedecken wie ein grüner Schleier die Stämme und Äste der bis zu 30 Meter hohen Bäume. Schließlich tragen auch zahlreiche Quellen, kleine Flussläufe und Wasserfälle zu der mystischen Atmosphäre des Nebelwaldes bei.

Wer den Nationalpark erkunden will, folgt am besten den zahlreichen Wanderwegen. Festes Schuhwerk, Regenjacken und ausreichend Flüssigkeit sollten unbedingt im Rucksack sein. Da zudem häufig Temperaturen um die 15 Grad Celsius herrschen, empfiehlt es sich auch warme Kleidung im Gepäck zu haben.
Mehr über die Entstehung des urzeitlichen Lorbeerwaldes, über die Flora und Fauna sowie über die geologischen und klimatischen Bedingungen erfahren interessierte Naturliebhaber im Besucherzentrum Juego de Bolas (nahe des Ortes Las Rosas), welches Grafiken, Modelle sowie Info-Broschüren für die Lehrpfade bereitstellt. Wandertouren mit fachkundiger Führung sind bei Voranmeldung ebenfalls möglich.

Naturpark Majona (2)
Die Barrancos Majona und Juel, zwei ausgetrocknete Flussläufe, bilden den äußeren Rahmen des Naturparks Majona, der eine vielseitige Landschaft beherbergt. So zaubern die Kiefer-,  Sade-, Öl- und Lorbeerbäume einen dichten Wald in die Berg- und Schluchtenlandschaft, während andernorts Steilhänge das Landschaftsbild dominieren. Vereinzelt finden sich hier auch kleinere Siedlungen und Weideflächen der alteingesessenen Hirten. Aber auch das kulturelle Erbe der Guanchen, der kanarischen Ureinwohner, schützt der Naturpark Majona.

Landschaftsschutzgebiet Orone (3)
Das Naturschutzgebiet von Orone umfasst die beiden Schluchten Erque-La Rajita und La Negra, welche Ausblicke auf eine phänomenale Landschaft gewähren. Tatsächlich erinnert diese an den Grand Canyon in den USA, nur das auf La Gomera die riesigen Schluchten von endemischen  Pflanzen bevölkert werden und daher in allen Grüntönen schimmern. Hie und da treffen die Wanderer sogar auf verlassene Weiler, die kleinen Siedlungen Erques, Erquito und La Rajita, weswegen dem recht jungen Schutzgebiet auch eine kulturelle Bedeutung zukommt.

Landschaftspark Valle Gran Rey (4)
Auch der Naturpark Valle Gran Rey ist von den für La Gomera so typischen Schluchten, Tälern und Steilhängen geprägt. Am auffälligsten stechen die beiden Berge La Merca und Teguerguenche ins Auge, die von Palmenwäldern, Bananenplantagen und landwirtschaftlich genutzten Terrassenfeldern bedeckt werden und zu ausgedehnten Wanderungen einladen. Besonders von dem von César Manrique geschaffenen Aussichtspunkt Mirador del Palmerejeo genießt man einen einzigartigen Panoramablick über die Insel und das Meer.

Naturschutzgebiet Benchijigua (5)
Naturschutzgebiet Benchijigua befindet sich nahe des Ortes San Sebastian und gilt als palmenreiche Bergregion. Wanderer treffen hier teilweise auf schwierige Pfade mit starkem Gefälle. Belohnt werden die Anstrengungen mit einem herrlichen Blick auf den Barranco de Santiago. Benchijigua selbst ist eine kleines Dorf unterhalb des Berges Roque de Agando, in dem Ferienhäuser im altkanarischen Baustil errichtet wurden, nun aber kaum bewohnt werden.

Los Acantilados de Alajeró (6)
Die Los Acantilados de Alajeró, die Klippen von Alajeró, sind vor allem für die Wissenschaft von hoher Bedeutung, da sie von seltenen, nur auf La Gomera zu findenden Pflanzen und Vogelarten bewohnt werden. Für Wanderer sind sie zwar weitestgehend unzugänglich, dafür bietet sich ihnen vom Meer aus ein eindrucksvoller Anblick.

Naturdenkmal Lomo del Carretón (7)
Auch das Naturdenkmal Lomo del Carretón bildet die heimatlichen Boden vieler Pflanzenarten, die nur auf La Gomera zu finden sind. Allerdings lässt sich diese Vegetation nur aus der Ferne bewundern, da es sich bei der Lomo del Carretón um eine Steilklippe mit bis zu 850 Meter Höhe handelt. Diese erhebt sich über dem Ort Taguluche und befindet sich inmitten einer für La Gomera typischen Landschaft: ausgetrocknete Bachläufe, Schluchten und Täler so weit das Auge reicht.

Naturdenkmal Los Órganos (8)
Zu den wohl berühmtesten Naturdenkmälern La Gomeras zählen wohl die Los Órganos, die Orgelpfeifen, welche am nördlichen Küstenstreifen von Vallehermoso am besten vom Meer aus zu bewundern sind. Diese von der Meeresbrandung über mehrere Millionen Jahre geschaffenen Basaltröhren waren ursprünglich das erkaltete Lavagestein eines Vulkans. Nun ragen sie an der Punta de las Salinas als weiße Felsensäulen bis zu 80 Meter in die Höhe.

Sondernaturschutzgebiet Puntallana (9)
Nördlich von San Sebastian, entlang der Küste erstreckt sich die flache und trockene Landschaft des Sondernaturschutzgebiet Puntallana. Daher gedeihen im Barranco Seco besonders Trockenheit liebende Pflanzen, wie die Süße Wolfsmilch und Ginster. Weitere Naturschönheiten entdecken Wanderer mit dem Barranco del Agua und der Klippenlandschaft an der Playa de Nogales.

Barranco del Cabrito (10)
In der nahe von San Sebastian gelegenen Schlucht Barranco del Cabrito siedelten sich vor allem Palmen, Wolfsmilch, Feigenkakteen und Agaven an.

Naturdenkmal Los Roques (11)
Bei den Naturdenkmal Los Roques handelt es sich um vier riesige Felsenformationen aus weißem Gestein, die bis zu 1250 Meter steil aus dem Boden ragen. Die einstigen Vulkankrater heißen Carmona, La Zarcita, Ojila sowie Roque de Agando und liegen zwischen den Schluchten Benchijigua und La Laja. Tipp: Vom Aussichtspunkt Mirador an der Carrtera del Sur gelingen die besten Schnappschüsse.

Naturdenkmal La Fortaleza (12)
Weitere empfehlenswerte Ziele für Wanderer stellt das großflächige Felsenplateau La Fortaleza dar, an dessen Fuße sich zugleich die älteste Siedlung der Insel befindet, das Bergdorf Chipude. Der Tafelberg ragt 1.241 Meter gen Himmel, die Steilwand des Gipfelplateaus misst bis zu 500 Meter. Aufgrund seines markanten Aussehens galt der Berg den Guanchen als heiliger Ort, an dem sie Zeremonien und Opferrituale abhielten. Steinsetzungen zeugen bis heute von ihrem kulturellen Erbe.

Roque Cano (13) und Roque Blanco (14)
Ebenfalls sehr imposant ist dasnahe des Ortes Vallehermoso gelegene Naturmonument Roque Cano, ein Volkankrater, der als bizarre Felsformation über eine beeindruckende Schluchtenlandschaft thront. Die Wanderroute ist zumeist steil und führt an Plantagen und einer üppigen Pflanzenwelt vorbei. Wer jedoch den mittelschweren Aufstieg erklommen hat, darf sich über eine überwältigende Aussicht freuen. Einen Steinwurf entfernt, befindet sich zudem der Roque Blanco, der sich über nicht ganz so steile Pfade bewältigen lässt und dessen Hänge eine Vielzahl seltener Erdbeerbäume bevölkern.

Naturdenkmal La Caldera (15)
Nahe der Ortschaft Alajeró entdecken Naturliebhaber das imposante  Naturdenkmal La Caldera, ein gut erhaltenen, jedoch längst erloschenen Vulkankegel, an dem die Süße Wolfsmilch üppig gedeiht.

Charco del Cieno (16) und Charco del Conde (17)
Vom besonderen wissenschaftlichen Interesse sind die beiden Ökosysteme Charco del Conde und Charco del Cieno an der Küste des Naturpark Valle Gran Rey. Ersteres bildet den heimatlichen Boden für Tamariskengewächse und verspricht darüber hinaus Badevergnügen pur, da Klein und Groß in den  hiesigen Naturschwimmbecken plantschen können. Das wissenschaftliche Schutzgebiet Charco del Cieno wird ebenfalls von salzliebenden Pflanzen bewohnt und besticht obendrein mit einer faszinierenden Sanddünenlandschaft.